Hören ist Lebensqualität. Hören lässt uns teilhaben am Leben. Wir können mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt kommunizieren.
Das Hören lässt uns aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. "Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen." Dieser Satz von Immanuel Kant zeigt die Bedeutung unseres Gehörs für unser Leben.
Der Mensch hat zwei Ohren, aber nur ein Gehör. Beide Ohren sind für das Hören wichtig. Nur wenn beide Ohren funktionieren, kann das Gehirn den ankommenden Schall richtig einordnen. Information und Nachdenken über die Funktion des Ohres ist also dringend notwendig. In unserer "lauten" Zeit müssen wir aktiv werden, um keine Schäden am Gehör davonzutragen.
Schon vor der Geburt nimmt das Sinnesorgan Ohr seine Funktion auf. Das Ungeborene nimmt etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat Musik wahr und reagiert darauf. Beim Sterbenden ist das Ohr dasjenige Sinnesorgan, das seine Funktion am längsten aufrecht erhält.
Durch das Hören können wir neben den reinen Fakten auch den gefühlsmäßigen Inhalt einer Botschaft erfassen und angemessen darauf reagieren. Diesen emotionalen Anteil an Gesprächen vermitteln Betonung, Sprachmelodie, Tonhöhe und Lautstärke. Diese Komponenten beeinflussen die Aussage eines Wortes stark. So bedeutet ein ironisch ausgesprochener Satz sein genaues Gegenteil. Neben dem Gesagten empfängt das Gehör zusätzliche Informationen, die auf der gefühlsmäßigen und sozialen Ebene verarbeitet werden.
So kann in dem Gehörten z. B. Begeisterung, Wohlwollen, Ablehnung oder Zurückhaltung mitschwingen. Eine wahrgenommene Lippenbewegung reicht also nicht zum vollständigen Verstehen einer Botschaft aus. Viele Hörgeschädigte ziehen sich deshalb aus schwierigen Gesprächssituationen zurück und resignieren.